Nahe der Natur

Mitmach-Museum für Naturschutz

Freinatur-Wildnis

Als Teil und im Sinne des Portales "Freinatur" (Übersicht)" gibt es hier eigenes Material zum Thema "Wildnis", Naturdynamik und Prozessschutz. Diese Themenseite (Portal) ist wiederum Teil des 'Nahe der Natur'-Museums.


"Ebenso wie sinnvolle Nutzungen und deren Produkte benötigen wir auch Räume für Freiheit, ungenutzte Flächen. Gebiete,in denen Natur Natur sein darf, in denen nicht wirtschaftlich genutzt, gestaltet, gepflegt und eingegriffen wird. Tauchen wir ein in das Herz des Lebens. Reden wir über „Wildnis“. Denken und Leben - wild und frei!"

(Einstieg und Zitat aus unserem eigenen Material "Mehr Wildnis wagen", Ansicht und Download-Möglichkeit unten).


Dschungel Nahe der Natur - ein Wildnis-Gelände als Teil des Naturschutz-Museums.


Eigenes Material zu Prozessschutz und Wildnis-Themen:

Alle unsere Materialien können frei und kostenlos verwendet werden (Ausnahmen benannt), bitte aber stets korrekt zitieren (Zitierhinweis in jeder Datei). Unsere Überblicke:


Wir vor Ort: Eine kleine aber besondere "Wildnis" gibt es im 8 Hektar-Freiraum ("Steinbruch-Wald") des Nahe der Natur-Museums Staudernheim (Besuchen), Herausgeber dieses online-Angebotes. Hier kann man das Thema betont entspannt durchdenken und schön erleben. Live und Life!


Klein-Wildnis in Staudernheim - Vorhang aus Zweigen und Lianen am Eingang des 8 Hektar kleinen/großen Nahe der Natur-Museum-Geländes - ein begehbarer Modellraum für Wildnis und Naturschutz.


Klein-Wildnisse in Freinatur - Unsere eigene inhaltliche Nische

"Wildnis" ist in aller Munde, ja sogar ein Modethema. Dabei geht es aber meist nur um große Flächen: Nationalparke, große nutzungsfreie Wälder oder auch große neue "Verwilderungen z.B. auf ehemaligen Militärflächen". Die sind zentral und wichtig, denn in der Tat sind viele Naturpozesse, Lebensräume und Tiervorkommen nur auf großen Flächen halbwegs vollständig möglich.

"Wildnis" ist aber kein eindeutiger (natur)wissenschaftlicher Begriff. Bei Wildnis geht es vor allem um Freiheit - für Natur, sicher auch für Menschen. Der Versuch, eine Deutungshoheit zu beanspruchen, ärgert uns daher immer wieder. Der Begriff "Wildnis" sollte viel mehr offen und frei sein - wie die Natur, die auf solchen Flächen stattfindet.

"Wildnis" ist ein wesentlicher Teil der Entwicklung biologischer Vielfalt ("Biodiversität") als Teil eines umfassend Ganzen. Sie ergänzt genutzte Räume mit deren oft höherer Artenvielfalt und ermöglicht die freie Weiterentwicklung genetischer, artlicher und landschaftlicher Vielfalt. Auch wenn die Flächen nicht einer Landnutzung unterliegt, sind sie damit ein unersetzbarer eigener Mosaikstein in einer "nachhaltigen Entwicklung" (umfassender Nachhaltigkeits-Begriff).


Kleinwildnis Nahe der Natur Staudernheim

Ganz besonders kümmern wir uns als 'Nahe der Natur'-Museum mit "Freinatur" um die sonst (fast) vergessenen oder belächelten Mini-Wildnisse: Die unaufgeräumten Ecken, der alte sich selbst überlassene Garten, die (nur) wenige Hektar kleinen-großen Flächen, die bewußt oder unbewußt sich selbst überlassen werden, wie auch unser 8 Hektar Modellraum im Naturschutz-Museum Staudernheim (Bild).

- Link zu unserem besonderen "wildes" Konzept und Umsetzung.


Natürlich können diese keine umfassenden Naturprozesse abbilden, selbstverständlich keine anspruchsvolle Wildniskriterien erfüllen und schon gar nicht - nicht einmal in ihrer beträchtlichen Summe - große zusammenhängende Naturgebiete ersetzen. Aber sie leisten auf eigene Weise nahezu unersetzbare Beiträge für (Teil)Vorgänge in der Natur, ermöglichen als "Prozessschutz-Flächen" besondere (Teil)Lebensräume eingebettet in genutzte Kulturlandschaft und einen Biotopverbund. Wir bezeichnen sie als besondere "Wildnis-Fenster", ganz wichtig auch für Bildung und Erfahrung rund um freie Natur, oft nah am Menschen und unterstützend für größere Wildnisgebiete. Wir brauchen auch diese Kleinen - als Teile eines umfassenden Wildnis-Systems.

Sie und wir werden aber oft belächelt und fallen oft bei Wildnis-Diskussionen (siehe auch nachfolgender Link 'Wildnis in Deutschland') unter den Tisch. Die Klein-Wildnisse sind angesichts ihrer ganz eigenen Bedeutung unser besonderes Thema in Freinatur. Sie sind eingebunden in all unsere Materialien (oben) und in unser Naturschutz-Engagement: Weil wir auch Sie als wiederum eigene unersetzbare Teile im Naturschutz brauchen, den wir als großartiges Puzzel hin zu einem schönen und funktionierenden Gesamtbild begreifen.

Letztlich braucht Wildnis Freiheit und Toleranz, überall, groß und klein - zusammen.


Künstlerischer Blick auf Mini-Wildnisse - hier in der Galerie "Kunst im Schatten" des Nahe der Natur-Museums Staudernheim.


Wildnis braucht Wissen und Freunde: Ausgewählte Hinweise, Tipps und Links

Als gut gemachtes Internet-Portal, allerdings nur zu großen Wildnisflächen, empfehlen wir das Projekt vieler Naturschutzverbände und Stiftungen: "Wildnis in Deutschland" - mit vielen Materialien auch über Deutschland hinaus.

Die nicht-staatliche European Wildnerness Society setzt sich europaweit für qualitativ hochwertige große Wildnisgebiete ein und bietet viele Informationen hierzu an - unsere Empfehlung!

Für "Klein-Wildnisse", unsere eigene besondere thematische Nische, stehen wir hier an dieser Stelle Seite immer mal mit neuen Materialien und Hinweisen zur Verfügung. Wiederholtes Reinschauen lohnt. - Uns kann man Besuchen, mit uns diskutieren, eine besondere Klein-Wildnis hier erleben oder uns auch für Wildnis-Vorträge oder Wildnis-(Erlebnis)Programme ansprechen: für überall, für klein und groß, für Mensch und Natur - Wir bei Euch.

In der gleichen Region, in der 'Nahe der Natur' Staudernheim liegt, gibt es seit 2015 den Nationalpark Hochwald-Hunsrück, in dem in größerem Maßstab (Kernzone ca. 6000 Hektar) auch eine gewisse Wildnis entwickelt wird - auch mit vielen Wander- und Erlebnis-Angeboten zum Thema. Große und kleine Wildnisse ergänzen sich für ein gutes Leben Nahe der Natur.


Sonne strahlt in wilden Wald - Freinatur.


Mehr natürliche Dynamik und Wildheit im Naturschutz generell !

Dafür informieren wir und setzen uns wohl überlegt ein, in großem und kleinen Maßstab. So sind auch jenseits von echten Wildnis-Flächen dynamische "wilde" Sichtweisen im Naturschutz viel mehr möglich und nötig, zum Beispiel mehr Bracheinseln im Agrarraum, zeitweise ungenutzte Streifen aller Orten und auch insgesamt flexible Schgutzgebietssysteme. Es geht letztlich um beides: Erhaltung bestimmter nutzungsentstandener Werte, ressourcenschonende Nutzung und - innerhalb des gleichen Systems auf eigenen Flächen - viel mehr Wildnis. Der vermeintliche Konflikt zwischen Statik und Dynamik lösen wir damit gerne auf - nicht immer einfach, aber mit Blick auf größere Reäume immer wohl überlegt.

Bei Fachfragen oder für Gutachten bieten wir als Museum auch dazu unseren wissenschaftlichen Service mit Expertisen an.


Natura 2000 ist das Schutzgebietsnetz und Biotopverbundsystem der Europäischen Union. Das Modell- und Freigelände "Nahe der Natur" in Staudernheim ist Teil davon und unterstützt das Konzept in Europa. Aber auch in diesem System gibt es typischerweise den (Schein)Konflikt zwischen Erhaltung bestimmter Güter und Laufenlassen bis hin zu Wildnis. Michael Altmoos vom Nahe der Natur-Museum hat im Rahmen seiner Tätigkeit im staatlichen LfU gemeinsam mit Kollegen dazu einen Fachartikel 2016 veröffentlicht, der Lösungen aufzeigt, für mehr Dynamik plädiert und gerade auch in Natura 2000 mehr Wildnisse ermöglichen möchte.


Der bewußt anregende Artikel ist in der Fachwelt unter diesem Zitat in Umlauf und z.B. in vielen Bibliotheken einsehbar:

Altmoos, M. & Burkhardt, R. (2016): Netzwerk Natura 2000 - Plädoyer für eine dynamische Sichtweise. - Natur und Landschaft 91 (6): 272-279.

Für Interessierte gibt es Freiexemplare (Sonderdrucke des Artikels) im Museum Staudernheim (Kontakt). Kostenfrei ist auch die Zusammenfassung beim Verlag online einsehbar; der komplette Artikel steht dort für 2,95 Euro als pdf zum Download bereit: Link.

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Mehr Infos demnächst, auch diese Seite wird laufend aktuell gehalten.

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