Nahe der Natur

Mitmach-Museum für Naturschutz

SchmetterlingsReich

The 'land of butterflies' in Staudernheim.

Schmetterlingsreich ist Teil von 'Nahe der Natur': Museum und Freiraum in Staudernheim. - Hier Besuchen.

Ein Traum ist Wirklichkeit - Viele bunte kleine Flügel auf einmal: Vor allem zwischen Juni und August sind zu Hochzeiten etwa 30 heimische Tagfalter-Arten und oft über 500 Individuen gleichzeitig hier an einem besonderen Ort wunderbar zu beobachten - konzentriert auf speziell gestalteten ca. 700m² . Die häufigen Ochsenaugen, Schornsteinfeger und Weißlinge bilden kleine Schwärme, aber auch seltenere Arten, Bläulinge und Spanische Flaggen (tagaktive Nachtfalter) sind gut zu beobachten. Man kann zwischen ihnen hindurch wandeln, naturnah sitzen, entdecken und genießen: in kleinen Wolken der Fantasie, in Details der Lebensfreude - sanft berührend. Anregender Naturschutz live. Die Bildershow zeigt eine Auswahl an Faltern genau von hier:


Schmetterlings Reich / The land of butterflies (English below)

.... ist also hier Name und Eigenschaft dieses besonderen Teiles des Naturgartens / Wildgartens (700m²) als Teil des Museums für Naturschutz 'Nahe der Natur' in Staudernheim mit seinen insgesamt ca. 76.000m² Freiflächen und kleinen Gebäuden. Ein "Garten der Schmetterlinge", eingebunden quasi in einen "Steinbruch der Schmetterlinge". Bedingt durch die Lage darf das sogar als ein kleines romantisches "Tal der Schmetterlinge" angesehen werden. Die Begegnungen mit so vielen Faltern auf einmal sind jedenfalls für Viele tief berührend und poetisch. Aber auch jeder Einzelne zählt, Mensch Falter: "Wo ein sanfter Flügel weilt".

Ochsenauge - Maniola jurtina - Meadow brown im Schmetterlingsreich Nahe der Natur.

Entdeckungen voller Glück und Schönheit

Ein kleiner Schmetterling: Zunächst unscheinbar und schwer zu entdecken. Doch ein Fingerzeig der Erkundung und er öffnet mit Glück die Flügel hin zur überraschenden Schönheit. Nur ein "Ochsenauge" - und doch die Welt.

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Butterfly beauty:

First an unexpected brown thing, then a wonderful open wing.

Be like a butterfly - discover nature and yourself: 'Nahe der Natur'.

Unsere Besonderheit

Kleinere Gärten, die attraktiv für Schmetterlinge oder Wildbienen gestaltet wurden und werden, gibt es inzwischen so einige durchs Land verteilt. Auch gibt es glücklicherweise noch größere Naturgebiete und Landschaften in Europa mit hohen Arten- und Falterzahlen. Aber dort sind die Falter weit zerstreut. Und die bekannten schönen Gärten der Schmetterlinge (z-B. Bendorf-Sayn, Mannheim, Friedrichsruh - unsere herzliche Empfehlung) erfreuen Publikum mit zumeist tropischen Faltern in kontrollierten Glashaus- oder Gehegebedingungen. Bei uns im "Schmetterlings Reich" hingegen wird eine ganz hohe Konzentration von heimischen Faltern auf schön überschaubarem Raum in Freiheit erreicht - durch besondere Lage, Größe und Konzeption. Einzigartig!?

Schachbrett (Melanargia galathea) im Schmetterlingsreich

Ein schöner Tag / A beautiful day

Die Schachbrett-Falter haben im Juni und Juli Hochzeit. Sie schlüpfen, wenn die langen Tage unmerklich schon wieder etwas kürzer werden. Sie fliegen im Sonnenlicht, wenn die warmen Tage lang still zu stehen scheinen. Und sie verschwinden, wenn die Nächte schon wieder kälter werden. Als wollten sie uns sagen: Lebt den Tag - Carpe diem!

Konzept Freiluft-Schmetterlingsgarten

Ermöglicht wurde das besondere Schau-und Lebensraum-Ensembel durch eine ganz gezielte und wohl überlegte Gestaltung des Bereiches als Teil der umgebenden Natur:

Für Insekten, hier insbesondere für Schmetterlinge (Tagfalter, Nachtfalter), wurden und werden in diesem relativ windgeschützten 700m²-Naturgarten-Bereich geeignete Pflanzen und Habitate ermöglicht: Speziell ausgewählte und ausschließlich heimische wilde Nektarpflanzen UND Raupen-Futterpflanzen werden gefördert. Es gibt Bereiche mit Hochstauden (im Bild z.B. Dost, Disteln) und Bereiche mit niedrigeren Kräutern. Dazu kommen spezielle Habitatelemente: Felsen, Senken, Säume sowie kleine vegetationsfreie Stellen. All das pflegen und gestalten wir "halbwild": Zeitweise lassen wir Einiges durchwachsen, gelegentlich wird Einiges wieder gezielt entfernt oder Bestimmtes gefördert. Insgesamt selektieren wir den von selbst kommenden Aufwuchs sanft nach bestimmten Kriterien. Das Schmetterlingsreich ist somit ein intensives Mikro-Mosaik, das sich als solches den Menschen oft erst auf den zweiten Blick erschließt, den Faltern aber sofort mit hoher Attraktionswirkung.

Tagfpfauenauge - meist gut im

Falter-Schutz: Häufige und seltene Arten

Die auf Brennessel als Raupenfutter angewiesenen bunten Falter (z.B. Tagpfauenauge im Bild) sind häufig. Mit Überdüngung von Landschaften vermehrt sich die Brennessel, während sie in Gärten oft beseitigt wird. Wir erleben allerdings auch manchmal, dass häufig selten wird. Deshalb gibt es hier Lebensraum für Alle. Besonderen Wert legen wir auf nährstoffarme Standorte; davon hängen viele unscheinbarere Falter ab.

Eingepflanzt oder angesät wird bei uns selten etwas und wenn, dann auch nur heimische Wildpflanzen/Saaten aus dem Naturgartenbau, also KEINE exotischen Nektarpflanzen wie der berühmte "Schmetterlingsflieder" / Buddleja, die zwar durchaus auch viele Falter zum "Besäufnis" anlocken, aber von denen sie und andere Insekten sonst nicht leben können. Heimische Disteln und Dost sind  besser geeignet - und mindestens genau so schön, wenn man genau hinsieht.

Bei uns geht es für die Falter also nicht nur um "Nektar trinken", so wichtig wie das ist und so schön wir sie gerade dabei beobachten können, sondern um eine insgesamt gute Lebenssituation, die sie brauchen. Irgendwie fast auch menschlich, nicht wahr? - Denn wer kann schon von (exotischen) Biergärten allein leben, auch wenn man sich da zeitweise gut treffen kann. Es geht aber doch um viel mehr: Gutes süßes Trinken, aber auch gesunde Rückzugsräume und spezielle Raupen-Habitate. Das brauchen wir ja Alle: Gutes Leben - angenehm und komplett für umfassende Bedürfnisse: Zum Wohl!


SchmetterlingsReich Staudernheim - Hochstauden-Aspekt















Nahe Lebensraum-Anbindung - Schutzstrategie und Konzentration

Wichtig ist die Anbindung an die Umgebung: Ein Lebensraumverbund über die eigene Fläche hinaus muss stets mitgedacht werden. So ergänzen die hiesigen Gestaltungen gezielt die ebenfalls museumseigene Steinbruch-Wald-Wildnis, die Museumswiese, die Grenz-Böschungen sowie die umgebende Landschaft des Nahelandes. Die 700m² besondere Attraktions- und Beobachtungsfläche (das SchmetterlingsReich) ist also umrahmt von ebenso wichtigen größeren und ausgesprochen vielfältigen Schmetterlingshabitaten, darunter Waldrand- und Saumstrukturen, Wiesen und Weiden, Wald-Wildnis, Schatten-Licht-Mosaike.

Diese durchdachte Anbindung ist ein bedeutender Aspekt des Erfolges, so dass die Schmetterlinge erstens hierher in das SchmetterlingsReich kommen können und zweitens wegen der gezielten Habitatausstattung auch unbedingt hierher wollen: Konzentriert zum Rasten, Trinken, Schutz suchen und teilweise zum sich Vermehren, während sie in der Umgebung sonst weiter verstreut vorkommen. Unser Bereich ist zudem relativ windgeschützt, was die Schmetterlinge auch bevorzugen.

So gibt es hiermit bei uns einen ganz besonderen ja fast einzigartigen Attraktions-, Schutz- und Konzentrationsort für ganz viele Falter unter freiem Himmel im Netz Natur: Zum Besuchen, Beobachten und Genießen, schön wild und in völliger Freiheit - und nicht zuletzt zum positiven Nachdenken mit Anregungen zum nötigen Engagement gegen das derzeitige verbreitete Insektensterben und ein Schmetterlingssterben. Mut für kreativen Naturschutz: Flieg, Falter, Flieg

Segelfalter ((Iphiclides podalirius) als nahrungsgast im Schmetterlingsreich

Falter-Fakten

Die Tierordnung 'Lepidoptera' (Schmetterlinge) umfasst weltweit 170.000 Arten, 11.000 in Europa: Wichtige Bestäuber, die eine komplette Metamorphose (Verwandlung) durchlaufen: Aus dem Ei zur unscheinbaren Raupe, zur stillen Puppe, dann der farbenfrohe Imago. Viele Arten sind bedroht: zu viel Düngung und Gift, zu viel Ordnung (wilde Wegränder zulassen!), zu wenig Lebensraum, zu wenig Wissen. Sensibel wie wir!?

Weiter auf dem Weg

Der halbwilde Eindruck in diesem besonderen Freigarten darf nicht darüber hinweg täuschen, dass viel Arbeit, stetige Forschung, Wissen und Experimentieren damit verbunden ist. Denn wir sind hier bewußt im echten Freiraum und weg von kontrollierbaren Bedingungen wie sie die (tropischen) "Gärten der Schmetterlinge" in Häusern und Gehegen anbieten. Wir wollen hier bewusst die heimische Falterwelt in natürlichem Lebensraum zeigen und für viel mehr Lebensräume anregen - wild und frei. Entsprechend kann auch jeder Tag und die Falter-Zusammensetzung anders sein - einzigartig!

Das Konzept des Freigartens für Schmetterlinge klappt inzwischen hervorragend (Start 2014, seit 2016 bereits sehr falterreich) und der Raum hat sich als einzigartiges kleines Ensembel entwickelt, das sich weiter fast täglich im Aspekt ändert - ganz natürlich, wobei aber auch die wichtige langfristige Habitatkontinuität zentraler Elemente gewährleistet wird. Zu Bestaunen ist gerade hierdurch eine hohe Konzentration an Faltern vieler Arten, die derzeit weiter sowohl an Artenzahl als auch Individuenzahl ansteigt und die im Freiland sonst auf so relativ kleinem Raum selten, ja hier fast einzigartig ist.


Schmetterlingsgarten - Kräuter-Aspekt: Naturgarten Staudernheim, umgebend von eigener Wildnis.













Angesiedelt

... haben wir hier übrigens KEINE Eier, Raupen oder Falter. Die kamen nach und nach angesichts unseres besonderen Lebensraum-Angebotes von selbst hierher. So ist das auch von uns als Konzept beabsichtigt. Davon abgesehen, dass Ansiedlungen verboten wären oder eine Sondererlaubnis benötigten, wären solche meist auch nicht nachhaltig und zielführend (ein eigenes Fachthema/komplexe Randbedingungen). Uns geht es darum, die jeweiligen Naturpotenziale vor Ort zu entwickeln und zeigen, was auf "normalen" Standorten eigentlich möglich ist, wenn man geeigneten Raum und Zeit zur Verfügung stellt.

Lediglich einige verletzte Falter oder Raupen/Puppen aus der Umgebung von abgeschnitttenen/zerstörten Futterpflanzen haben wir bei uns aufgenommen und somit hier ins Leben zurück gebracht. Das kann auch immer wieder mal geschehen.

Die Schmetterlinge kamen und kommen letztlich alle ganz frei zu uns - und fliegen, wohin sie möchten. Das ist uns wichtig. Durch die Attraktivität unseres Geländes für Falter kann ein Jeder aber eine besondere hohe Dichte an völlig freien Gauklern erleben. Attraktiv für Schmetterlinge - und entsprechend eine besondere Attraktion für Menschen!

Bläuling Nahe der Natur - Schmetterlings-Poesie

Schmetterlinge - Poesie

ganz 'Nahe der Natur' (Zeilen von uns für Euch) - Schreibt und träumt einfach mit uns, angeregt durch Schmetterlings Reich - zum Glück:

Solange ich lebe / möchte ich mit Faltern träumen / manche blau wie der Himmel / der sich in ihren kleinen Flügeln spiegelt / immer tiefer hinein ins wahre Leben / das ich mit ihnen so sanft erspüre / und Liebe.

Refugium und Verbund-Strategien

Inzwischen stellt insgesamt unser Schmetterlingsgarten ein wichtiges Refugium und Schutzfläche in einer Landschaft dar, die trotz ihrer weiterhin schönen Anmut im Detail immer insektenfeindlicher wird ("Insektensterben" durch Gifte, intensive Bewirtschaftung, zu viel "Ordnung" und zu viele Habitatverluste).

Und dennoch stehen wir und die Schmetterlinge natürlich immer auch in enger Abhängigkeit und Austausch mit der Umgebung. Während viele Falter aus der Umgebung hier nun "Tankstelle", Zuflucht, Rast und Vermehrungsort finden, so ist dieser Lebensraum ein Standort, um von hier aus wieder mehr Natur zu entwickeln und umgebende Lebensräume neu zu beleben. Denn "unsere" Falter fliegen natürlich auch heute schon wieder aus.  Wir denken also selbst immer auch im Lebensraumverbund und großräumig in ganzen Landschaften - grenzenlos wie ein Schmetterling.

Ein guter Biotopverbund (Lebensraumverbund) ist generell eine wichtige Strategie, zu der wir fachlich arbeiten - und zu dem wir  konkreter Teil sind, nicht zuletzt im europäischen Schutzgebietssystem Natura 2000. Aber auch viele andere Naturschutzthemen sind damit verknüpft (siehe unser Portal und weiteres Engagement: Freinatur).


Ruhe und Naturgenuss im SchmetterlingsReich















Während die Tagfalter  - wie der Name schon sagt - tagsüber gut zu beobachten und besonders auffällig sind, ist unser Schmetterlingstälchen natürlich auch für Nachtfalter konzipiert - aber auch für andere Insekten und Spinnentiere. Ebenso profitieren Vögel: Ja, hier ist auch ein Garten der Vögel. Sie fressen die zahlreichen Sämereien, aber auch Insekten und - Oh weh - manchmal auch einige Falter (meist als Raupen). Aber es bleibt angesichts der vielfältigen (Klein)Strukturen so viel übrig; die Schmetterlinge habe hier ihren idealen Lebensraum. Dennoch geht es bei uns immer ums Ganze: Natur!

Das Schmetterlings-Reich überlappt sich demnach auch mit unseren weiteren konkreten Garten-Gestaltungen im gleichen Naturgartenbereich (Freiraum-Übersicht): Das sind konkret z.B. Insekten-Garten, unsere Lebendige Wiesen - und ganz gross und jenseits der sanft gestalteten Bereiche unsere zentrale Steinbruch-Wald-"Wildnis". All das ergänzt sich wechselseitig. Ein Modell!?

Kaisermantel im Schmetterlingsreich des Naturschutzmuseums

Falter-Begegnungen

Schmetterlinge üben seit jeher eine Faszination auf Menschen aus. Je nach Kultur gelten sie als Symbole des Glücks, der Vergänglichkeit und der Liebe. Schmetterlinge im Bauch? - Hier im 'Schmetterlingsreich' Nahe der Natur ermöglichen wir intensive und zarte Begegnungen - Jeder Flügelschlag ist einzigartig und kann vielleicht die Welt berühren. Jedenfalls unser Herz.

Angebote Schmetterlings Reich:

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Überblick über unsere weiteren Freiräume in Staudernheim - hier / Übersicht Museum und Betrieb Nahe der Natur - hier.


Fliegt in Freiheit, Freunde:

C-Falter im Schmetterlingsreich Nahe der Natur.